Chor der Auferstehungskirche Herford-Laar
 

 

Herzlich willkommen auf der Internetseite von
Chor und Förderverein des Chores der Auferstehungskirche Laar.


Verein zur Förderung des Chors der Auferstehungskirche Herford-Laar e.V.
Der Vorstand
Wilfried Baecker (Vorsitzender)
Tel. 05221 937322








Begeisterndes Konzert - Brillant zum Leben erwecktes Oratorium in der Auferstehungskirche Laar

Brillant zum Leben erweckt durch die Talente der Solisten, des weisen Narrs, dem Laarer Chor und dem Kammerorchester La réjouissance Detmold erobert der Komponist Michelangelo Falvetti nach drei verlorenen und vergessenen Jahrhunderten auch ein begeistertes Publikum in der Auferstehungskirche Laar.

Trotz Beginn der Ferienzeit und hochsommerlichen Temperaturen hat die Zuhörerschaft  für ein fast ausverkauftes und begeistert aufgenommenes Konzert gesorgt.

Unter dem verlässlichen Dirigat der künstlerischen Leiterin Christiane Schmidt  ist das Bemühen des LAARER CHORS durch diese Konzertaufführung belohnt worden, die jeder Teilnehmer als beglückend erfahren und deren Geist das zahlreich erschienene Publikum ergriffen und begeistert hat und bedankte sich dafür mit einem langanhaltenden stehenden Schlussapplaus, den die künstlerische Leiterin  mit der Nr. 30 des Oratoriums:  Mio core festeggia  dal cielo sparisce il nubilo……….  „Mein Herz juble,  vom Himmel verschwinden die Wolken, das Licht, das wieder erstrahlt, füllt unsere Brust mit Jubel, als Zugabe belohnte.

Mehr als drei Jahrhunderte war das Oratorium verschollen,  erst vor wenigen Jahren von dem Musikwissenschaftler Nicolò Macavino in einer Bibliothek von Messina wiederentdeckt und vom Laarer Chor mit der Dirigentin Christiane Schmidt erstmalig  von einem Laienchor  einem Publikum in Ostwestfalen vorgeführt.

Der Komponist Michelangelo Falvetti  ist ebenso unbekannt wie das Oratorium Il diluvio universale (Die Sintflut),  das er 1682 im Dom zu Messina zur Uraufführung brachte.

Die berühmte biblische Geschichte über die Sintflut, mit der der alttestamentarische Gott die Menschen bestrafte, wurde von Falvetti meisterhaft vertont.

Falvetti - in der Musik und Giattini - im Libretto folgten den höheren Mächten, die in Form von Allegorien auftreten, negative und zwiespältige, teilweise dem Werk  auch belächelnswerte Züge verleiht, die am Ende gegen menschliche Liebe im Bund mit Gott das Nachsehen haben. Der Chor brachte  anhand eines erscheinenden Regenbogens mit Friedenstaube im Happy End des Oratoriums ihre Freude über die Zukunft zum Ausdruck. Musikalisch entfaltete dieses Oratorium in Laar  in den vier Teilen eine Dramatik, die einer szenischen Oper durchaus nahekommt. Folglich wurde bei der Aufführung auch auf einen rein konzertanten Rahmen verzichtet. Solisten und Chor setzten den gesungenen Text im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Kirche beeindruckend in Szene.

Wenn im ersten Teil die göttliche Gerechtigkeit auftrat und eine Bestrafung der rebellischen Menschen forderte, erhob sie sich von einem Platz im Publikum und schritt erhaben zum Orchester auf die Bühne.  Auch die vier Elemente traten nun auf und erhoben sich, um die Erde in Regen, Fluten, Hagel und Stürmen untergehen zu lassen. Damit wurde dem zahlreich erschienenen Publikum eine  musikalische Wucht  entgegen geschleudert  und ließ bei der Zuhörerschaft den Eindruck entstehen,  dass sich tatsächlich regelrechte Sturzbäche über sie ergössen.

Dabei entfaltete die Stimme der Göttlichen Gerechtigkeit einerseits eine Wärme, die Verständnis für ihre Klage hervorruft, und schlug dann in eine furiose Dramatik um, die deutlich machte, dass mit dieser göttlichen Macht nicht zu spaßen ist. Die Sänger des LAARER CHORES begeisterten als die vier Elemente, die angestachelt von der Göttliche Gerechtigkeit die Erde im Chaos versinken ließen.

Nach diesem ergreifenden Teil wechselte die Perspektive auf die Erde zu Noah und seiner Frau Rad. Sie fanden nicht nur stimmlich sondern auch darstellerisch zu einer berührenden Innigkeit.  Rad begeisterte dabei mit einem raumfüllenden, warmen Sopran und  Noah mit einem samtweichen Tenor, so dass bei beiden die göttliche Ergebenheit regelrecht spürbar war und man verstand plötzlich, dass Gott diese beiden Menschen nicht dem Untergang weihen wollte. Musikalisch und szenisch beeindruckend gelang auch der erste Auftritt von Gott.

Er trat unter sakralen Klängen der Orgel mit Noah und seiner Frau Rad in einen Dialog. Wie Falvetti in der Orchestrierung mit der Orgel die göttliche und mit den Streichern die menschliche Seite in diesem Gespräch untermalt, war wirklich großartig umgesetzt.

Genauso bewegt die anschließende Sinfonia di tempeste, in der der Chor der Menschen in den Fluten untergeht.  Falvetti lässt die Musik dabei abrupt abbrechen, so dass man das Gefühl hatte, dass das Wasser nun wirklich alles Leben auf der Erde ausgelöscht hatte.
Dann trat der Tod (La Morte) als weiterer theatralischer Affekt auf. Nachdem die Musik abgebrochen war, vernimmt man ein lautes Klopfen. Mit langsamen Schritten schritt der Tod als Sensenmann zum Chorraum. Ein dramatischer Auftritt.

Der Tod changierte bei seinem Monolog zwischen Sprechgesang und Counter-Tenor, so dass der Registerwechsel der ganzen Szene eine surreale Färbung gibt.

Der Tod wirkte dabei darstellerisch und stimmlich absolut bedrohlich.

Der Chor brach erneut in seinem Gesang ab und konnte von den Wörtern "vita" und "morte" nur noch die ersten Silben erklingen lassen.

Nun  trat die Allegorie der Natura Humana auf und beklagte das menschliche Leid, für das der Tod allerdings kein Mitgefühl hatte. Bemerkenswert war an dieser Stelle die Perkussion, die mit unterschiedlichen Schlaginstrumenten die unruhige und ängstliche Stimmung der Natura Humana einfing.

Nachdem  der Tod dann die ganze menschliche Natur in die Knie gezwungen hatte, kommt der Moment, wo Falvetti den Tod seiner Ernsthaftigkeit beraubt.

Der Tod  tänzelte zu einer Tarantella, jubelnd, dass er nun die ganze Welt bezwungen hatte und sich ihm niemand widersetzen konnte.  Doch das stimmte nicht. Denn Noah und Rad haben auf der Arche die Sintflut überlebt und erlangen von Gott Gnade.

In einer Hoffnung spendenden Melodie entwickelte sich dann der Regenbogen, der  in einem bewegenden Terzett besungen wird,  in das am Ende alle einstimmten.

Der Friede war auf die Erde zurückgekehrt!

Im Vorspann wurde das drei chörige Werk   Herr unser Herrscher  SWV 27  op. 2  Nr. 6  Psalm 8   von Heinrich Schütz (1585-1672),  an dessen 350. Todestag wir  in diesem Jahr erinnern aufgeführt.

Heinrich Schütz, der „Vater der deutschen Musik“  hat  mit dem Werk „Herr, unser Herrscher“ im Stil von Giovanni Gabrieli geschaffen, eines seiner klangprächtigsten mehrchörigen Werke geschaffen  -  Atemberaubende Musik.

Ausführende:

Herr, unser Herrscher, SWV 27, op. 2  Nr. 6 Psalm 8  von Heinrich Schütz  (1585-1672)

Oratorium :     Il Diluvio Universale (Die universelle Flut)

Dialog für fünf Stimmen in vier Teilen, für  Chor und Orchester,  Libretto:  Don Vincenzo Giattini, Musik:  Michelangelo Falvetti (1642-1692)  Uraufführung: 1682

Isabel Chrostek, Sopran - Wasser / Menschliche Natur
Irina Trudneva, Sopran - Rad, Noahs Frau / Luft
Isabel Grübl, Alt - Göttliche Gerechtigkeit
Jonathan Dräger, Tenor - Noah / Feuer
Florian Zanger, Bass - Gott / Erde
Thomas Streipert, Bass-Bariton / Altus - Weiser Narr / Tod / Rezitation / Gesang
Konzertmeister Gregor van den Boom
Andrea Schwager, Orgel / Cembalo
Yoana Varbanova, Percussion
Kammerorchester  „la réjouissance“ Detmold
Christiane Schmidt, Künstlerische Leitung